SCHULE FRIEDL KUBELKA Filmschule

PROGRAMM



Schuljahr 20/21
Oktober bis Ende Mai
Leitung: Philipp Fleischmann
Informationstag: 2. Juni, 10-15 Uhr per Telefon
Bewerbung: ab Mai bis spätestens 3. Juni, 12 Uhr mittags (Bewerbungsschluss)



Die SCHULE FÜR UNABHÄNGIGEN FILM WIEN wurde 2006 von Friedl Kubelka gegründet und wird seit 2014 von Philipp Fleischmann geleitet. Kernstück des Unterrichts sind 8 praxisorientierte Workshops mit Filmkünstler*innen, die aus ihrer eigenen, jeweils unterschiedlichen Sichtweise unterrichten. Der Lehrgang wird durch eine Vortragsreihe sowie durchgehende und individuelle Projektbetreuung und Einführung in die Laborarbeit vertieft. Die Vorträge der SCHULE FÜR KÜNSTLERISCHE PHOTOGRAPHIE WIEN, die in denselben Räumlichkeiten stattfinden, können kostenlos besucht werden.

Die Schule basiert auf dem Zitat Dantes „WO DAS KÖNNEN DEM WOLLEN FOLGT“. Ein leidenschaftliches Interesse an einem Thema und dessen Umsetzung auf analogem Filmmaterial soll demnach im Vordergrund stehen. Ziel eines Schuljahres ist es, eigenständige Filmarbeiten zu entwickeln sowie einer eigenen Haltung, Arbeitsweise und Vorstellung von Film näher zu kommen. (Philipp Fleischmann)




WORKSHOPS


SEBASTIAN BRAMESHUBER
Space Oddities


Es ist unmöglich, ein Schwarzes Loch zu fotografieren, aber es ist möglich, den Staub und die Gase zu fotografieren, die von ihm angezogen werden, um seine Konturen zu beschreiben. Für diesen Workshop möchte ich dieses Bild als Metapher sowohl für den künstlerischen Schaffensprozess als auch für das Kunstwerk selbst vorschlagen; die Schaffung einer Umlaufbahn zur Beschreibung eines Anziehungspunktes, der das Geheimnis seines Wesens nicht vollständig enthüllt und genau daraus seine Anziehungskraft ableitet. Auslassungen sind für einen Film — wie für jedes andere Kunstwerk — ebenso konstitutiv wie das Gezeigte. Das filmische Off stellt das On oft in den Schatten. Eine Erwartung ist meist stärker als ihre Erfüllung. Prozessorientiertes Umkreisen statt Begriffsbestimmung. Planet Earth is blue and there's nothing I can do.







CÄCILIA BROWN
(...) am Himmel hängend wie als Bauch von Gott (...)*


woher kommt das material, wie bearbeite ich es und wie zeige ich es? wie verbinde ich es - wird es eine dauerhafte verbindung oder eine improvisierte? - wieviel muss sie tragen, erzählen? ist sie offensichtlich, elegant, inhaltlich oder funktional? - was zeige ich? wann und wie? - kann die leinwand als bildträgerin auch zur bedeutungsträgerin werden? - mit bereits belichtetem film arbeiten, als ausgangspunkt für eine skulpturale erforschung von film und leinwand. *( s 50, Verbannt!, Ann Cotton)








ANNA VASOF
The mechanics of Motion 


The workshop investigates where we can find the essence of cinematic illusion when we look into everyday life, and what happens when we use everyday situations, objects, spaces and actions as cinematographic and narrative mechanisms. During the workshop we will use everyday objects and actions, in order to cause, activate and reveal unexpected narratives.







ALBERT SACKL
Jeden Kader persönlich kennen


Im Workshop bearbeiten wir ein Filmemachen, das direkt von den einzelnen Filmbildern in ihrer linearen Abfolge ausgeht. Ich stelle meine Methode vor, mit der Kamera Kader für Kader den Filmstreifen entlang zu arbeiten und dabei jedes Einzelbild als Baustein der Filmprojektion zu betrachten. Wir sehen wie eine formal klar konzipierte Arbeitsweise als Netz zum Einfangen von Leben fungiert und wie sich zutiefst Persönliches gerade auch darin zu zeigen vermag. Anhand eines meiner Filme wird Bezügen, Einflüssen und Zitaten aus der nachgegangen. Auch mein aktuelles Projekt werde ich erläutern. Parallel dazu entstehen Filme, die das Vermittelte in Eigenes transformieren.








MAGDALENA PFEIFER
Abbilder und deren Vervielfältigungen


Das Abbild; Abbildung, Abdruck, Abguss, Abklatsch, Abschrift, Abzeichnung, Abzug, Allegorie, Animation, Bild, Bildmontage, Bildnis, Collage, Darstellung, Dia, Diapositiv, Druck, Druckgrafik, Ebenbild, Faksimile, Foto, Fotografie, Fotokopie, Gemälde, Gleichnis, Grafik, Illustration, Image, Imagination, Imago, Imitation, Kontaktkopie, Kopie, Lichtbild, Pause, Positiv, Projektion, Schaubild, Skizze, Vergrößerung, Verkleinerung, Zeichnung ... Das Reflektieren über den Begriff "Abbild" legt die vielen Widersprüche zwischen den Vorstellungen von Abbildern und deren Wirklichkeiten offen. Wir werden einen Versuch starten, diese Widersprüche in einem Bogen, der sich von der Antike bis hin zu aktuellen Theorien spannt, auszuloten. Die filmisch-gestalterische Umsetzung erfolgt mit analogem Filmmaterial, mit dessen spezieller Materialität und mit den dafür benötigten Techniken, wobei der Fokus auf die Vervielfältigung, Belichtung und Entwicklung gerichtet wird.








BJÖRN KÄMMERER
Eine Einstellung


Das Vergehen der Zeit im Film - ohne Manipulation durch Montage und das Überlisten der Schwerkraft - wird anfangs anhand von Beispielen analysiert. Dem Prinzip der Plansequenz folgend, sollen dann gemeinsam Versuchsanordnungen erarbeitet werden, die sowohl bewegte, als auch statische Einstellungen nutzen. Motiv, Dauer und Format der Aufnahme werden so festgelegt, um die Idee im Anschluss zusammen umzusetzen.









PHILIPP FLEISCHMANN
Nur ja nicht durch den Sucher sehen!


Vor kurzem ist mir nochmals deutlich bewusst geworden, dass meine räumlichen Kamera-Skulpturen, die ich für mein Filmemachen selbst konstruiere, keinen Sucher haben. Somit können das Abbild und die Komposition innerhalb eines rechtwinkeligen Bildfensters nicht genau überprüft werden. Es muss dementsprechend andere Gründe geben, sich für eine Filmaufnahme zu entscheiden. Dieser Impuls kann konzeptuelle, emotionale, diskursive oder psychologische Gründe haben. Um den eigentlichen Gründen des Filmemachens näher zu kommen, filmen wir in diesem Workshop ins visuell Ungewisse. Der Sucher jeder Kamera wird für diesen Workshop mit schwarzem Gaffa abgeklebt. Der filmische Blick soll sich somit von der Kontrolle des menschlichen Sehens emanzipieren und seine eigenen Qualitäten offenbaren.








SABINE MARTE
Speaking from inside the Outside-Eye


Sabine Marte ist Videokünstlerin, Performerin und Musikerin. In ihren Videoarbeiten, in denen sie oft selbst als Akteurin auftritt, spielen Selbst- und Fremdwahrnehmung eine wichtige Rolle. Marte fokussiert mit der Kamera sich selbst und ihre allernächste Umgebung. In ihren existenziellen Auseinandersetzungen setzt sie durch die Integration von realem und filmischem Raum das sich selbst beobachtende Subjekt in ein Verhältnis zur unmittelbaren Umwelt. (Holger Kube Ventura) In diesem Workshop möchte sie mit den Studierenden Verhältnismässigkeiten von Körper, Film, Sprache und Raum nachgehen. Dies inkludiert ein gezieltes Arbeiten mit Projektionen im Raum im Verhältnis zu einem darin agierenden Körper. Der Raum, in dem wir arbeiten, sei als das Innere einer Kamera gedacht. (Sabine Marte)









VORTRAGSREIHE



FILMEMACHER*INNEN ÜBER FILMEMACHER*INNEN

Sich mit dem Leben und Werk anderer Filmemacher*innen auseinanderzusetzen ist für die eigene künstlerische Arbeit von enormer Bereicherung. In diesem Schuljahr sind erneut Filmemacher*innen eingeladen, um über Filmemacher*innen zu sprechen, deren Arbeit ihr eigenes Handeln motiviert, inspiriert und beeinflusst hat. Diese Reihe soll dazu dienen, die vorgestellten Künstler*innen und Vortragenden näher kennen zu lernen. Vor allem aber soll sie Ansporn sein, dezidiert eigene Vorbilder, Verbündete und Bezugspersonen zu finden.
(Philipp Fleischmann)


Wilbirg Brainin-Donnenberg zu Gustav Deutsch

Sabine Breitwieser zu Carolee Schneemann

Partic Chiha zu Chantal Akerman

Philipp Fleischmann zu Michael Snow

Martina Kudlácek zu Kurt Kren

Sophie Lux zu Hans Jürgen Syberberg

Susanne Miggitsch zu Larry Gottheim

Christiana Perschon zu Barbara Hammer










ZEITEINTEILUNG

- Workshops: Do 19–21 Uhr, Fr, Sa, So jeweils sechs Stunden
- Vortragsabende: 19-21 Uhr
- Ateliertag: Dienstag von 10 - 17 Uhr, Nutzung der Dunkelkammer nach Vereinbarung
- Jeden Dienstag: Zyklisches Programm „Was ist Film“ im Österreichischen Filmmuseum
- Einzelgespräche: nach Vereinbarung
- Projektbetreuung Unabhängiger Film: nach Vereinbarung